Elektro-Transporter vs. Diesel: So rechnen Sie die Gesamtkosten

Kurz gesagt
- Vergleichen Sie Elektro- und Diesel-Transporter über Ihre reale Haltedauer, zum Beispiel fünf Jahre, mit Ihren eigenen Kilometern und Energiepreisen.
- Rechnen Sie Fahrzeug, Energie, Ladeinfrastruktur, Wartung, Steuer, Versicherung, Maut und Restwert ein, und ziehen Sie die Einnahmen aus der THG-Quote ab.
- Reine Elektro-Transporter, die bis Ende 2030 zugelassen werden, zahlen bis zu zehn Jahre keine Kfz-Steuer, und Fahrzeuge, die bis Ende 2027 angeschafft werden, können im ersten Jahr mit 75 % Sonderabschreibung abgeschrieben werden.
- Das Ergebnis hängt oft an einer einzigen Größe, etwa dem Strompreis oder der Jahresfahrleistung. Testen Sie sie, bevor Sie entscheiden.
Kostenvergleiche (Total Cost of Ownership, TCO) für Elektro-Transporter kommen oft mit selbstbewussten Zahlen. Ehrlich gesagt hängt das Ergebnis von Ihren Touren, Ihren Energiepreisen und Ihrer Haltedauer ab. Was Sie richtig machen können, ist die Methode.
Zuerst den Rahmen festlegen
Wählen Sie eine Haltedauer, die zu Ihrem Fuhrpark passt, zum Beispiel fünf Jahre. Nehmen Sie die Kilometer, die ein Transporter bei Ihnen in einem normalen Jahr fährt, und keinen Höchstwert. Entscheiden Sie, ob Sie Kauf, Leasing oder beides vergleichen, und nutzen Sie für Diesel und Elektro denselben Rahmen.
Die Kostenpositionen
- Fahrzeug: Kaufpreis oder Leasingraten, abzüglich des erwarteten Restwerts am Ende.
- Energie: Diesel pro 100 km gegen Strom pro 100 km, jeweils zu Ihrem realen Preis.
- Ladeinfrastruktur: Ladestationen, Installation, Netzarbeiten und Software, verteilt über ihre Lebensdauer und über die Zahl der Transporter, die sie versorgen.
- Wartung und Reparaturen: Inspektionen, Bremsen, Reifen und gegebenenfalls Bedingungen der Batteriegarantie.
- Kfz-Steuer und Versicherung.
- Maut, wo sie für Ihre Fahrzeuge gilt.
- Einnahmen: Zahlungen aus der THG-Quote für reine Elektrofahrzeuge.
Energie ist mehr als ein Preis pro kWh
Nehmen Sie Verbrauchswerte aus Ihren eigenen Fahrzeugen oder aus Fuhrparks mit ähnlichen Touren, und rechnen Sie den Winter mit ein. Kälte erhöht den Verbrauch, und das Heizen der Kabine während der Fahrt kostet Batterieenergie.
Setzen Sie beim Strom den Preis an, den Sie im Depot inklusive Netzentgelten zahlen, und rechnen Sie den Leistungspreis dazu. Wenn das Laden die Jahresspitze Ihres Standorts erhöht, gehören diese Kosten zu den Transportern. Laden einige Fahrzeuge auch außerhalb des Depots, rechnen Sie einen Anteil öffentliches Laden oder Laden zu Hause zum realen Preis ein.
Steuern und Abgaben, die sich unterscheiden
Reine Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2030 sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis 31. Dezember 2035. Für einen Transporter, der 2027 zugelassen wird, deckt das die meisten Haltedauern ab.
Güterfahrzeuge über 3,5 Tonnen zahlen Lkw-Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen. Die meisten Lieferwagen liegen darunter, einige schwerere Elektro-Transporter aber nicht. Prüfen Sie beim Kauf, welche Mautregeln dann für emissionsfreie Fahrzeuge gelten.
Reine Elektro-Transporter, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 für das Unternehmen angeschafft werden, können außerdem die Sonderabschreibung nach § 7 Abs. 2a EStG nutzen: 75 % im ersten Jahr, danach 10 %, 5 %, 5 %, 3 % und 2 %. An den Gesamtkosten ändert das nichts. Die Steuerwirkung kommt aber früher, und das zählt für die Liquidität.
Wie viele Transporter brauchen Sie?
TCO wird meist pro Fahrzeug berechnet, Ihre eigentliche Frage sind aber die Kosten für Ihre Touren. Wenn Sie wegen Reichweite oder Ladezeit auf zehn Transporter ein Ersatzfahrzeug brauchen, rechnen Sie es ein. Wenn Smart Charging dafür sorgt, dass jeder Transporter um 6:00 Uhr voll ist, brauchen Sie es vielleicht nicht.
Das Gleiche gilt für die Arbeitszeit der Fahrer. Ein Plan, der Fahrer während der Schicht zu öffentlichen Schnellladern schickt, kostet Arbeitsstunden, die in keinem Fahrzeugvergleich auftauchen.
Infrastruktur wird geteilt und hält lange
Ladestationen und Netzausbau halten oft länger als die ersten Transporter. Verteilen Sie ihre Kosten über eine realistische Lebensdauer und über die Zahl der Fahrzeuge, die sie mit wachsendem Fuhrpark versorgen. Trägt die erste Phase die vollen Kosten eines Anschlusses, der für später ausgelegt ist, wirken die ersten Transporter teurer, als sie sind.
Das Ergebnis testen
Wenn Ihr Basisfall steht, ändern Sie jeweils eine Größe und schauen, was das Ergebnis bewegt. Typische Kandidaten sind Strompreis, Dieselpreis, Jahresfahrleistung, Restwert und die Zahlung aus der THG-Quote. Kippt das Ergebnis schon bei einer kleinen Änderung, ist das die Zahl, die Sie vor der Entscheidung genauer prüfen sollten.
Eine Sensitivitätstabelle lässt sich mit der Finanzabteilung auch leichter besprechen als eine einzelne Zahl. Sie zeigt, unter welchen Bedingungen sich Elektro-Transporter für Ihren Fuhrpark rechnen und unter welchen noch nicht.
Typische Fehler vermeiden
- Für Diesel den Listenpreis und für Elektro ein rabattiertes Leasing ansetzen, oder umgekehrt.
- Den Leistungspreis oder den Netzanschluss weglassen.
- Verbrauchswerte aus dem Sommer für das ganze Jahr verwenden.
- Eine THG-Zahlung annehmen, die Ihr Anbietervertrag nicht garantiert.
So hilft jump.ac
Wir gehen diese Methode mit Ihren eigenen Touren- und Energiedaten durch. Nach dem Rollout zeigen unsere Berichte, was das Laden jedes Transporters kostet, damit sich der Vergleich an realen Zahlen prüfen lässt.
Quellen
- Bundesfernstraßenmautgesetz § 1: gesetze-im-internet.de/bfstrmg/__1.html
- Umweltbundesamt, THG-Quote für Elektrofahrzeuge: umweltbundesamt.de/themen/verkehr/kraftstoffe-antriebe/vollzug-38-bimschv-anrechnung-von-strom-fuer
- StromNEV § 17: gesetze-im-internet.de/stromnev/__17.html
- EStG § 7 (Sonderabschreibung für Elektrofahrzeuge): gesetze-im-internet.de/estg/__7.html
Quelle: Kraftfahrzeugsteuergesetz § 3d, Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge



