Was kostet Ladeinfrastruktur für Unternehmen? (2026)

Kurz gesagt
- Eine Wallbox für Unternehmen (11 oder 22 kW, OCPP, Eichrecht) kostet im Oktober 2026 in deutschen Shops rund 550 bis 1.300 € netto, eine AC-Ladesäule mit zwei Ladepunkten rund 5.300 bis 7.500 € netto.
- Die Installation ist meist der größere Posten: rund 1.100 bis 3.200 € pro AC-Ladepunkt im gewerblichen Bereich, mehr bei langen Kabelwegen, Erdarbeiten oder einer neuen Unterverteilung.
- Insgesamt sollten Sie mit rund 3.200 bis 6.400 € pro AC-Ladepunkt rechnen. Im Beispiel eines Anbieters kosten 10 AC-Ladepunkte rund 40.000 € Investition.
- Ein DC-Lader mit 50 kW kostet allein als Hardware rund 15.000 bis 30.000 €, und DC-Standorte brauchen oft Netzarbeiten oder einen Transformator.
- Laufende Kosten: Software ab rund 10 € pro Ladepunkt und Monat, Wartung und alle acht Jahre eine Nacheichung der Zähler.
- Ein größerer Netzanschluss kann einen Baukostenzuschuss und Monate Vorlaufzeit kosten. Lastmanagement vermeidet das oft.
Eine Ladestation für die Firma besteht aus vier Kostenblöcken: den Ladestationen, der Installation, dem Netzanschluss und den laufenden Kosten. Die Zahlen unten stammen aus deutschen Shoppreisen, den Preisblättern der Netzbetreiber für 2026 und veröffentlichten Beispielen, abgerufen am 31. Oktober 2026. Alle Preise sind netto. Ihr eigenes Angebot hängt vor allem davon ab, wie weit die Ladestationen von der Verteilung entfernt sind und wie viel Reserve Ihr Netzanschluss noch hat.
Hardware der Ladestationen
| Typ | Typischer Nettopreis | Beispiel |
|---|---|---|
| AC-Wallbox 22 kW mit MID-Zähler | rund 550 € | Autel MaxiCharger, Aktionspreis |
| AC-Wallbox 11 kW, Eichrecht, OCPP 1.6 | rund 920 € | KEBA P40, Dienstwagen-Version |
| AC-Wallbox 22 kW, Eichrecht, OCPP | rund 710 bis 1.260 € | Easee Charge Max (Aktion), KEBA P40 Pro |
| AC-Wallbox, zwei Ladepunkte mit je 22 kW, Eichrecht | rund 3.650 bis 4.030 € | Alfen Eve Double Plus |
| AC-Ladesäule, zwei Ladepunkte mit je 22 kW, Eichrecht | rund 5.300 bis 7.450 € | Compleo DUO, Mennekes AMEDIO Professional, ABL eMC3 |
| DC-Lader rund 50 kW | rund 14.600 bis 30.000 € | Alpitronic HYC50 rund 14.600 €; Virta nennt 15.000 bis 30.000 € |
| DC-Lader 150 kW | rund 30.000 bis 40.000 € | Virta, Faustregel 200 bis 400 € pro kW |
Eichrecht ist wichtig, wenn Sie Fahrern, Gästen oder Kunden das Laden pro kWh berechnen. Laden Sie nur Ihre eigenen Fahrzeuge, reicht oft eine Wallbox mit MID-Zähler. Für Lastmanagement muss die Ladestation Ladeprofile über OCPP annehmen.
Installation
Pro Ladepunkt ist die Installation meist der größere Kostenblock. Ein Anbieter nennt in seinem Budgetleitfaden für 2026 1.100 bis 3.200 € pro AC-Ladepunkt im gewerblichen Bereich und 21.000 bis 64.000 € pro DC-Ladepunkt. Die Aufwandsstufen des ADAC für Wallboxen zeigen, was den Preis treibt:
| Aufwand | Typische Kosten | Situation |
|---|---|---|
| Gering | 500 bis 800 € | Kabel unter 5 m |
| Mittel | 800 bis 1.500 € | Kabel 10 bis 20 m, Wanddurchbrüche, zusätzlicher Fehlerstromschutzschalter |
| Hoch | 1.500 bis 3.000 € und mehr | Neuer Zählerschrank, Erd- oder Pflasterarbeiten, Kabel über 30 m |
- Der Abstand zur Verteilung und ob Kabel über einen Parkplatz geführt werden müssen.
- Ob in der Verteilung noch Platz ist oder eine neue Unterverteilung nötig wird.
- Tiefbau: Gräben, Fundamente für Ladesäulen, neue Oberflächen, Poller und Markierungen.
- Planung für die endgültige Zahl der Ladepunkte: Leerrohre für spätere Phasen einmal zu verlegen ist günstiger, als den Boden zweimal zu öffnen.
Netzanschluss
Reicht die Reserve Ihres Netzanschlusses nicht aus, berechnet der Netzbetreiber einen größeren Anschluss. Ein Teil davon ist der Baukostenzuschuss (BKZ), den jeder Netzbetreiber pro kW oder kVA in seinem Preisblatt veröffentlicht. Beispiele, gültig ab 1. Januar 2026:
| Netzbetreiber | Niederspannung | Mittelspannungsnetz | Umspannung Mittel- auf Niederspannung |
|---|---|---|---|
| Netze BW | 30 € pro kW über 30 kW | 172,74 € pro kW | 167,67 € pro kW |
| EAM Netz | 69,36 € pro kVA über 30 kW | 164,66 € pro kVA | 141,98 € pro kVA |
| Energienetze Mittelrhein | 50 € pro kVA | 125,50 € pro kVA | 116,10 € pro kVA |
Oft ist die Zeit das größere Problem als das Geld. Ein neuer oder größerer Mittelspannungsanschluss dauert laut Installateuren 12 bis 24 Monate, ein Transformator hat nach der Freigabe 40 bis 50 Wochen Lieferzeit. Eine dena-Studie zu Lkw-Depots nennt bis zu zweieinhalb Jahre für den Anschluss. Ladestationen müssen vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet werden, und über insgesamt 12 kVA muss der Netzbetreiber zustimmen (§ 19 NAV).
Deshalb wird meist zuerst Lastmanagement geprüft: Es verteilt die vorhandene Reserve auf die Ladestationen. Die Fahrzeuge fahren trotzdem voll geladen los, und der Ausbau kann warten oder kleiner ausfallen. Unser Netzanschluss-Check gibt eine erste Antwort für Ihren Standort.
Laufende Kosten
- Ladesoftware: Veröffentlichte Preise beginnen bei rund 10 € pro Ladepunkt und Monat, dazu eine SIM-Karte, wenn die Ladestation kein Netzwerkkabel hat. Mehr dazu in unserem Überblick zu den Kosten von Ladesoftware.
- Wartung: Ein Anbieter schätzt 150 bis 1.000 € pro gewerblichem AC-Ladepunkt und Jahr und 1.500 bis 3.000 € für einen DC-Lader mit 50 kW.
- Eichung: Zähler in Ladepunkten sind acht Jahre geeicht (MessEV), danach müssen sie nachgeeicht oder getauscht werden.
- Strom: der Preis pro kWh, Netzentgelte und auf vielen Betriebsgeländen ein Leistungspreis für die höchste Spitze des Jahres.
Rechenbeispiel: 10 AC-Ladepunkte
| Kostenposition | Spanne für 10 Ladepunkte | Grundlage |
|---|---|---|
| Wallboxen, 11 bis 22 kW mit OCPP | rund 7.000 bis 13.000 € | Shoppreise oben |
| Installation | rund 11.000 bis 32.000 € | 1.100 bis 3.200 € pro Ladepunkt |
| Netzanschluss | 0 €, wenn die Reserve reicht | Sonst BKZ und Anschlussarbeiten |
| Software pro Jahr | rund 1.770 bis 2.330 € | 10,25 bis 14,90 € plus 4,50 € SIM pro Ladepunkt und Monat |
| Wartung pro Jahr | rund 1.500 bis 10.000 € | 150 bis 1.000 € pro Ladepunkt |
Was kostet ein Ladepunkt auf dem Firmenparkplatz?
Für einen AC-Ladepunkt sollten Sie 2026 mit rund 3.200 bis 6.400 € netto für Hardware und Installation rechnen. Die Hardware allein kostet rund 550 bis 1.300 € pro Wallbox; den Rest machen Installation, Verkabelung und Tiefbau aus.
Was kostet ein DC-Schnelllader für das Depot?
Rund 15.000 bis 30.000 € für ein Gerät mit 50 kW und 30.000 bis 40.000 € für 150 kW, jeweils nur die Hardware. Installation und Netzarbeiten kosten oft noch einmal so viel oder mehr.
Brauchen wir die Zustimmung des Netzbetreibers?
Ladestationen müssen vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet werden. Liegt die Gesamtleistung aller Ladestationen am Anschluss über 12 kVA, muss der Netzbetreiber vorher zustimmen, und er muss innerhalb von zwei Monaten antworten (§ 19 NAV).
Wie vermeiden wir eine Erweiterung des Netzanschlusses?
Mit Lastmanagement teilen sich die Ladestationen die Reserve des bestehenden Anschlusses, und geladen wird in den Stunden, in denen der Standort weniger Strom braucht. Prüfen Sie zuerst, wie viel Energie Ihre Fahrzeuge über Nacht brauchen und wie viel Leistung noch frei ist.
Quellen
- The Mobility House, Shop für Ladestationen (Preise abgerufen am 31. Oktober 2026): mobilityhouse.com/de_de/ladestationen.html
- Virta, Kosten von DC-Ladestationen (Juli 2026): virta.global/de/blog/dc-ladestation-kosten-lieferzeiten-ideale-einsatzorte
- TSG, Budgetplanung für Ladeinfrastruktur (2026): tsg-solutions.com/de/budgetplanung-fuer-ladeinfrastruktur
- ADAC, Wallbox-Kosten (Juni 2026): adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/wallbox-kosten
- Netze BW, Preisübersicht BKZ 2026: netze-bw.de
- EAM Netz, Preisblatt BKZ ab 1. Januar 2026: eam-netz.de
- Energienetze Mittelrhein, Preisblatt BKZ 2026: energienetze-mittelrhein.de
- dena, Ladeinfrastruktur für E-Lkw (April 2025): dena.de
- NAV § 19: gesetze-im-internet.de/nav/__19.html
- MessEV Anlage 7: gesetze-im-internet.de/messev/anlage_7.html



